Dr. Thomas Gronau > Institut für Komplementäre Onkologie

Institut für Komplementäre Onkologie

 

Herzlich willkommen bei der IKO,
dem Kompetenzzentrum für Tumorbiologie und biologische Krebstherapie IkO

Das Kompetenzzentrum für Tumorbiologie und biologische Krebstherapie wurde am 2. Aprilwochenende 2007 gegründet. Damals trafen sich Wissenschaftler und Ärzte unterschiedlichster Fachrichtungen, deren Arbeitsschwerpunkt in der Onkologie liegt und gründeten einen bundesweiten Arbeitskreis innerhalb der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), um sich der evidenzbasierten Forschung komplementärer medizinischer Therapien in der Onkologie zu widmen. Daraus entstand der Arbeitskreis für komplementäre onkologische Medizin (AKKOM). Aus diesen Gedanken hat sich das IkO gebildet.

2010 wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft die Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PriO) gegründet, in die neben dem AKKOM auch die DKG-Kommissionen Ernährung und Sport sowie die Arbeitsgruppe Prävention der AIO (Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie) aufging. Das IkO arbeitet zum einen nützliche Erkenntnisse aus der Erfahrungsmedizin auf, um sie einer evidenz-basierten Medizin mit der Zeit zuzuführen, dabei fühlt sich das IkO der DKG-Arbeitsgemeinschaft PriO sowie der European Society of Integrative Oncology (ESIO) wissenschaftlich verpflichtet.

Auch kooperiert das Institut mit der Arbeitsgruppe „Integrative Onkologie“ der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO).

Wir bieten für für Betroffene, An- und Zugehörige, Ärzte, Therapeuten und Interessierte persönliche Beratung am Telefon nach Absprache  an.

Darüber hinaus führen wir Begleitungen im Sinne eines Coachings für Betroffene, besonders mit fortgeschrittener Erkrankung, durch, um Sie durch den „Dschungel“ der Krebsbehandlungen zu führen und Sie auf eine optimalen Weg Ihrer Erkrankung zu unterstützen (ONCO-COACHING). In der intensiven psychoonkologischen Begleitung sind regelmäßig 3 bis max. 4 Betroffene. Falls Interesse, fragen Sie gerne nach.

Das IKO hält auch Seminare und Vorträge zum Thema rund um die Krebsprävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge gerade für Selbsthilfegruppen durch, die in unregelmäßigen Abständen und auf Anfrage stattfinden. (für gemeinnütz. Vereine ohne Kosten). Zurzeit finden Vorträge und Seminare bis auf Weiteres über ZOOM statt. Infos dazu bitte direkt am Institut anfragen, da sich die Termine aufgrund der CORONA-Situation kurzfristig häufig ändern können.

Wenden Sie sich gerne an das Institut unter mail@iko-web.org oder telefonisch unter +49 173 8599098.

 

Das IKO ist auch einInternetportal, das sich zum Ziel gesetzt hat, das schwierige Thema der Naturheilkunde für Betroffene und für onkologisch tätige Ärzte und Therapeuten zugänglich zu machen und beratend zur Seite zu stehen.

Das Wort „komplementär“ in diesem Zusammenhang soll als „ergänzend (zu den konventionellen Methoden)“ aufgefasst werden.

Grundsatz des ikO ist die Überzeugung, dass es keine „alternative Therapie“ (also an Stelle von etablieren konventionellen „evidenz-basierten“Verfahren) einen Effekt über Plazebo hinaus hat, dass jedoch naturheilkundliche und komplementäre Verfahren die heutigen modernen Methoden der Onkologie ergänzen können und auch potentiell hier wirksame Substanzen auf wissenschaftlicher Basis identifiziert werden können, besonders, um die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern.

Bis zu 80 % der Patienten mit onkologischen Erkrankungen nutzen in irgendeiner Form komplementäre Methoden. Sie treffen auf ein unüberschaubares Angebot an komplementären und alternativen Methoden und sind kaum in der Lage, fundierte Methoden von Scharlatanerie zu unterscheiden.

Selbst für Ärzte sind die meisten Fragen, mit denen sie in der täglichen Arbeit, z. B. durch Fragen ihrer Patienten konfrontiert werden, nicht zu beantworten. Intensive Literaturrecherchen zeigen jedoch, dass es zu vielen Substanzen und Methoden Untersuchungen aus Labor- und Tierexperimenten und zum Teil auch klinische Studien gibt.

Die gleichzeitige Therapie mit z.B. einer Chemotherapie und naturheilkundlichen Mitteln ist nicht ohne Probleme. Den meisten Patienten und Ärzten ist mittlerweile bekannt, dass die Einnahme von Johanniskraut die Wirksamkeit von Chemotherapien beeinflussen kann. Auch Nahrungsmittel wie Grapefruitsaft haben Einfluss. Mit Sicherheit stellen diese beiden Beispiele nur die oberste Spitze eines Eisberges dar. Wir haben immer noch wenig Erkenntnisse, in welchem Umfang etablierte Therapien durch die gleichzeitige Einnahme von begleitenden Substanzen, wie Vitaminen und Spurenelementen beeinträchtigt werden. Vielleicht bieten Methoden und Substanzen aus der Naturheilkunde aber auch die Chance, die Wirkung der konventionellen Therapie zu verstärken, ohne mehr Nebenwirkungen zu schaffen – wir wissen es (noch) nicht.

Ärzte, die wissenschaftliche Studien leiten oder durchführen, gehen oft davon aus, dass das Thema komplementäre Therapie für die Studie keine Bedeutung hat – grundsätzlich gilt die Anweisung von Onkologen, an den Patienten, keine derartigen Präparate gleichzeitig anzuwenden. Wie aber sieht die Realität aus? Wir wissen es nicht. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2007 in den USA ergab immerhin die hohe Zahl von 40% Patienten in Phase-I-Studien, die Begleittherapien nutzten. Somit sind die Ergebnisse dieser Studien zumindest zu hinterfragen.

Studienergebnisse und damit Entscheidungen für zukünftige Therapiestrategien, Leitlinienempfehlungen etc. können durch unbekannte Nutzung von komplementären Substanzen beeinflusst werden.

Für viele komplementäre Methoden liegen jedoch keine klinischen Daten zu ihrer antitumoralen Wirkung vor. Auf diesem Sektor muss noch viel geforscht werden.

Das IKO möchte durch eine möglichst objektive Information Hilfestellung geben, in welchem Rahmen eine ergänzende komplementäre Therapie für einen Tumorpatienten hilfreich sein kann.

Ziel ist es zu einer integrativen Onkologie zu kommen, wo sämtliche Verfahren, aus der konventionellen und komplemtentäen Richtung optimal kombiniert werden zum Wohle der PatientInnnen, ob lebensverlängernd oder lebensqualitätssteigernd.

Eine gute aktuelle Übersicht über viele komplementäre Verfahren und Ansätze finden Sie in dem Krebsratgeber Integrative Onkologie EANU 2022